Letztbegründungen und Gott by Edmund Runggaldier SJ, Benedikt Schick

By Edmund Runggaldier SJ, Benedikt Schick

Wer Meinungen vertritt, ohne sie zumindest ansatzweise begründen zu können, zieht sich schnell den Vorwurf der Irrationalität zu. Ein solcher Irrationalitätsverdacht stellt für den Glauben an Gott in mehrfacher Hinsicht eine besondere Herausforderung dar: Zum einen wird Gott ja als eine transzendente Realität verstanden, als eine Realität additionally, die kein Teil unserer empirisch erfahrbaren Welt ist. Darüber hinaus gab es, angefangen vom alttestamentlichen Bilderverbot bis heute, immer auch eine culture der negativen Theologie, in der die Einsicht bewahrt blieb, dass Gott größer ist, als alles menschliche Begreifen und Erklären erfassen kann. Und schließlich wird die Bedeutung der Gnade betont. Glauben kann guy nur, wenn es einem gnadenhaft geschenkt ist.
Sind Begründungen von Seiten des Menschen für die Annahme der Existenz Gottes damit schon theologisch ausgeschlossen? Und ist der Glaube damit notwendiger Weise arational, im Sinne von un-begründet?
In der Theologiegeschichte wurden auf diese Fragen sehr unterschiedliche Antworten erarbeitet. Mit der Frage nach der Rationalität des Glaubens standen dabei auch die Bedingungen und Möglichkeiten menschlicher Erkenntnis überhaupt zur Debatte.
Der Band versammelt Beiträge, in denen aus theologischen und philosophischen Perspektiven die angeschnittenen Fragen thematisiert werden.

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0 ist also nicht der Abschluss der Reihe natürlicher Zahlen, sondern steht sozusagen außerhalb der Reihe und ist die Zahl aller Glieder der Reihe. Hier sei bemerkt, dass die Unmöglichkeit, ein aktual Unendliches durch sukzessive Addition zu bilden, nichts mit der zur Verfügung stehenden Zeit zu tun hat. 6 Dies ist aber ein Irrtum. Während wir uns eine aktual unendliche Reihe von Ereignissen auf einer zeitlos (tenselessly) existierenden unendlichen Reihe von zeitlichen (temporal) Intervallen abgebildet vorstellen können, nämlich so, dass jedes fortlaufende Ereignis einem einzigen fortlaufenden Intervall entspricht, so bleibt doch die Frage, ob solch eine Reihe an Intervallen nicht zeitlos (not tenselessly), aber sukzessive instanziiert werden kann, also ein Intervall nach dem anderen.

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Luther hingegen kritisiert umgekehrt die wissenschaftliche Entfaltung des Gottesbegriffes vom vormetaphysischen Original der Erfahrung her: Die wissenschaftliche Rede von Gott in den scholastischen Traktaten unternimmt den Versuch, göttliche und menschliche Freiheit miteinander auszugleichen und zu verbinden; das ist aber darum, so Luther, zum Scheitern verurteilt, weil diese theoretischen Limitationen – „die leeren Worte der fälschlich so genannten Wissenschaft“ (Satz 1) – daran scheitern, dass der Mensch Gott in seinem Leben anders erfährt.

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