Landschaft in der Postmoderne: Das Beispiel des Saarlandes by Olaf Kühne (auth.)

By Olaf Kühne (auth.)

Landschaft, bislang ein den Raumwissenschaften vorbehaltenes Thema, stößt in der soziologischen Forschung auf wachsendes Interesse. Der Begriff ist in hohem Grad diffus: Landschaft ist - im sozialwissenschaftlichen Sinne - in erster Linie kein Teil eines physischen Raumes, sondern vielmehr ein bewusstseinsinternes Konstrukt als eine synthetisierende Zusammenschau physischer Objekte und in der Sozialisation erworbener Interpretationsschemata.

Olaf Kühne zeigt, dass im Zuge der gesellschaftlichen Postmodernisierung auch die Wahrnehmungen und Interpretationen von Landschaft pluralisiert werden. In diesem Zusammenhang untersucht er am Beispiel des Saarlandes die Möglichkeiten und Grenzen künftiger Landschaftsentwicklungen.

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In der marxistischen Gesellschaftsdefinition ist die moderne Gesellschaft dualistisch: zwei große Klassen, in sich weitgehend homogen, dominieren die gesellschaftliche Struktur: Arbeiter und Kapitalisten. Der Prozess der Industrialisierung entband die Arbeitsbevölkerung aus ihren traditionellen Gruppenstrukturen (Stände), kulturellen Bindungen (Religion) und lokalen Bezügen (Migration). In der ± von einer protestantischen Arbeitsethik (siehe Weber 1972b ± zuerst 1921) und wirtschaftsliberalen Grundsätzen getragenen ± Initialphase der Modernisierung der Gesellschaft vollzog sich die Proletarisierung massenhaft und bedeutete für die ± im Entstehen begriffenen ± industriellen Ballungsräume eine sozioökonomische Verschlechterung (Ehernes Lohngesetz), die mit der Solidarisierung der Arbeiterschaft und nicht etwa mit deren Zersplitterung verbunden war (Beck 1986: 132).

Eine ÄGerechtigkeit jenseits des Rechtes und des Staates, aber ohne entscheidbare Erkenntnis³ und 2. eine Äentscheidbare Erkenntnis und Gewissheit in einem Bereich, der strukturell betrachtet der des Unentscheidbaren, des mystischen Rechts oder des Staates ist³ (Derrida 1991: 112). Damit wird die Einsicht in die Unmöglichkeit vollständiger Legitimation von Recht deutlich, zugleich wird das Recht nicht dekonstruiert und damit einer perspektivisch-kontextualen Willkür überlassen, vielmehr wird Äunter Bezugnahme regulativer Prinzipien im Sinne eines Grundrechtskatalogs eine fruchtbare Dynamisierung und Hypothetisierung³ (Fazis 1994: 98) vollzogen.

Dabei verschwimmt die ökonomische Zeitgrenze zwischen Gegenwart und Zukunft: Bei Termingeschäften in Form von Optionsscheinen besteht bereits heute die Möglichkeit, ÄAktien zu einem Preis zu kaufen, von dem man denkt, dass sie ihn in einem Jahr haben werden³ (Bormann 2002: 87). In der Postmodernisierung vollzieht sich ein Wandel von den fordistischen Äeconomies of scale³ zu den post-fordistischen Äeconomies of scope³ (vgl. Harvey 1989) ± Produktpaletten werden diversifiziert, die Produkte selbst individualisiert (der erhöhte Planungsaufwand wird durch eine Elektronisierung des Prozesses weitgehend automatisiert), der mikroelektronisch automatisierte Betrieb ist nicht von einem Massenmarkt für seine Produkte abhängig: Er ist in der Lage, auch wirtschaftlich zu produzieren, indem er Älediglich für µelitäre¶ Marktsegmente produziert³ (Lanz 1996: 83).

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