Konfliktmanagement und Gewaltprävention: Grundlagen, by Rainer Kilb

By Rainer Kilb

Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention sind heute zentrale Aufgaben in zahlreichen Handlungsfeldern von Sozialer Arbeit und des schulischen Alltags. Ein professioneller Umgang mit dem Phänomen zählt somit zu den erwarteten Handlungskompetenzen der pädagogischen Fachkräfte und sollte bereits im Studium vermittelt, erprobt und auch trainiert werden. Das Buch vermittelt die theoretischen Grundlagen als auch eine Übersicht wichtiger Konzeptionen und Handlungsansätze. Konflikte und Gewalt werden in ihrer Beziehung und in ihrer Differenz zueinander thematisiert und in ein gemeinsames Theoriemodell integriert. Hinzugezogen werden dabei u.a. die Konflikttheorien von Simmel, Coser, Habermas, Reemtsma, Pinker und Glasl, um hieraus eine handlungstheoretische foundation für verschiedene Regulierungs- und Bearbeitungsansätze zu entwickeln. Insbesondere Konflikte werden dabei als wichtige Lernerfahrung für die schulische und Soziale Pädagogik und im Sinne Simmels und Cosers auch als Formen gesellschaftlicher Kommunikation thematisiert, die Gruppen und Milieus sowohl in ihrer Binnenstruktur festigen, als auch voneinander abgrenzen und letztendlich wieder in einen Bezug zueinander setzen können. Konflikte sind somit konstitutiv sowohl für einzelne Gruppen als auch für die Gesellschaft. Ein professioneller Umgang mit ihnen wird zu einem wichtigen Indikator moderner gesellschaftlicher Aushandlungs- und Partizipationsprinzipien.

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Im Deutschen Reich lagen die Einweisungsgründe 1919 in der Bettelei, der Landstreicherei, im Diebstahl bei den Jungen, und ebenso im „unzüchtigen Verhalten“ bei den Mädchen; hier wie dort wurde eine heftige Debatte darüber geführt, ob die erziehende Familie selbst, die gesellschaftlichen Bedingungen (des Pauperismus) oder genetische Disposition als vermeintliche Ursachen eine Absonderung von den Herkunftseltern legitimieren kann. Gerade die Übergänge der sich gänzlich auflösenden Feudalgesellschaft hin zur industriellen Revolution und der damit einhergehenden Klassengesellschaften waren mit starken Entwurzelungsprozessen auf sämtlichen Ebenen verbunden; im Zuge der Migration vom Land in die Städte lösten sich nicht nur die ehemals bäuerliche Großfamilie auf, sondern zumindest die neu entstehende proletarische Kleinfamilie fand kaum ausreichende materielle und räumliche Bedingungen vor, um ihre Kinder versorgen und sozialisieren zu können.

In dieser werden Grausamkeit, Lust an der Zerstörung und Qual von anderen ebenso, wie die Bewährung der körperlichen Überlegenheit mehr und mehr unter eine starke, in der Staatsorganisation verankerte, gesellschaftliche Kontrolle gestellt. Alle diese Lustformen äußern sich, durch Unlustdrohungen eingeschränkt, allmählich nur noch auf Umwegen ‚verfeinert‘ oder, was im Ursprung das gleiche sagt, ‚raffiniert‘. Und nur in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs oder etwa in Kolonialgebieten, wo die gesellschaftliche Kontrolle lockerer ist, brechen sie unmittelbarer, ungedämpfter und weniger von Scham und Peinlichkeit umgeben hervor.

Im 18. Jahrhundert erfolgt schließlich in weiten Teilen Europas die Abschaffung der Folter, im 19. , S. 228). Cesare Beccaria übte mit seinem 1764 erschienenen Bestseller ‚Von den Verbrechen und von den Strafen‘ insbesondere bei den Intellektuellen großen Einfluss aus auf die mittelfristigen Veränderungen in der Strafpraxis. 28 2 Grundlagen und Ausgangssituation Strafen sind demnach nur dann legitim, wenn sie die Menschen davon abhalten, anderen größeren Schaden zuzufügen als den, der ihnen selbst zugefügt wird.

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