Inzestverbot und Gesetzgebung: Die Konstruktion eines by Karl Ubl

By Karl Ubl

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Beides ist nicht der Fall. Im frühen Mittelalter verfügen wir nur über ein sehr beschränktes Dossier von Inzestfällen. Für die zahlreichen Beispiele des 11. Jahrhunderts muss die Repräsentativität erst eigens nachgewiesen werden, da einige Historiker sie bestreiten und den Eheprozessen eine politische Manipulation unterstellen. Erst eine dritte Art von Beispielen kann mehr Gewissheit verschaffen: nämlich solche Beispiele, in denen die Normen selbst Gegenstand der Argumentation und des Missbrauchs von Seiten der betroffenen Laien wurden.

Friede 1996; Epp, Amicitia 1999; Smith, Europe 2005, 83 – 114. 3 Entdifferenzierung des Rechts 31 den von LØvi-Strauss untersuchten „elementaren Strukturen“ archaischer Vçlker. Das Frühmittelalter kannte nämlich nur Eheverbote und keine Ehegebote und hatte daher in der Terminologie LØvi-Strauss‘ eine „komplexe Struktur“ der Verwandtschaft. Trotzdem übten die Inzestverbote zweifellos einen maßgeblichen Einfluss auf die Formation von Familie und Verwandtschaft aus. Als wichtige methodische Folgerung mçchte ich daher in der folgenden Untersuchung stets auch die Beziehung zur Sozialstruktur im Blick behalten.

Ein solches Verbot ergibt sich nur scheinbar aus der Kombination der beiden Quellen. Die Belege für die Inzestgrenze des sechsten Grades sind daher alles andere als eindeutig. Prinzipiell erscheint die Annahme wenig plausibel, im 3. Chr. habe innerhalb einer Generation eine dramatische Lockerung des Inzestverbots stattgefunden, ohne dass sich für einen solchen Umbruch in der Verwandtschaftsstruktur andere Belege anführen lassen. Die herrschende Meinung setzt bis ca. 241 ein Verbot der Ehe zwischen Geschwisterenkeln voraus und nimmt an, bereits um 200 sei die Ehe mit dem Geschwisterkind als Selbstverständlichkeit angesehen worden.

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