Diversity in Uniform?: Geschlecht und Migrationshintergrund by Sonja Dudek

By Sonja Dudek

Der Titel dieser Forschungsarbeit, variety in Uniform, scheint zunachst pa- dox. Als ein Ziel von Uniformierung kann schliesslich die Nivellierung indivi- eller Unterschiede gelten (vgl. Kapitel 2). Hinzu kommt, dass Organisationen, die Uniformtrager/innen beschaftigen, fur gewohnlich nicht mit variety oder Heterogenitat assoziiert werden. Diese verbreitete Einschatzung magazine unter an- rem dadurch zustande kommen, dass die Polizei sich in Westdeutschland erst Ende der 1970er Jahre allmahlich fur Frauen offnete und zuvor - neben dem Militar - eine der letzten staatlichen Organisationen conflict, die Frauen ausschloss. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf Entwicklungen in Bezug auf Geschlecht und Migrationshintergrund innerhalb der Berliner Schutzpolizei. Diese bemuht sich seit Jahren verstarkt um Frauen und Migrant/innen in den eigenen Reihen. Sie ist zudem nach dem Landesgleichstellungsgesetz (LGG) zur Forderung von Frauen verpflichtet. Die aus diesen Bemuhungen resultierenden rapiden V- anderungen in der Personalstruktur der Berliner Schutzpolizei sind mit Chancen und Herausforderungen fur die service provider verbunden, die in der vorliegenden Arbeit exploriert werden. Das erste Kapitel entfaltet den diskursiven Kontext des Themas. Dabei wird zunachst auf die bereits im Titel erwahnten Kategorien Geschlecht' und Migrationshintergrund' eingegangen. Das dieser Arbeit zugrunde liegende V- standnis der beiden Kategorien wird gegenuber anderen Definitionen und - grifflichkeiten abgegrenzt. Im Anschluss daran wird die mediale Diskussion innerpolizeilicher Vorgange dargestellt. Eine weitere Annaherung an das F- schungsthema stellt die Diskussion der uberschaubaren wissenschaftlichen Li- ratur zum Thema Geschlecht, Migrationshintergrund, Polizei" dar. Auf der Grundlage der vorangegangenen Ausfuhrungen wird in dem abschliessenden Unterkapitel die Fragestellung der vorliegenden Arbeit prazisier

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Sie veranschaulichen dies mit dem Beispiel der Schaffung zusätzlicher Stellen als 44 1. Das Forschungsfeld Kompensation für Ausfälle durch Erziehungszeit. Mit Bezug auf Meyer und Rowan (1992) gelangen Müller et al. zu der Sichtweise, die Polizei „als eine Organisation zu betrachten, in der Strukturen und Aktivitäten partiell oder sogar weitgehend entkoppelt sind“ (Müller et al. 2007: 49). Eine weitere Arbeit im Bereich „Geschlecht und Polizei“ stellt die 2006 veröffentlichte Dissertation von Patricia Pfeil dar.

Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Exploration polizeiinterner Orientierungen in Bezug auf Geschlecht und Migrationshintergrund, die jenseits von offiziellen Verlautbarungen und niedergeschriebenen Leitbildern liegen. In Übereinstimmung mit dem aktuellen Forschungsstand im Bereich Organisation wird davon ausgegangen, dass die Interpretationen und Bewertung von offiziellen Regelungen und Maßnahmen durch die Organisationsmitglieder ganz erheblichen Einfluss auf Vorgänge und Umgangsweisen innerhalb von Organisationen haben.

Dies kann im historischen Kontext durchaus als Fortschritt der bürgerlichen Gesellschaft gewertet werden (vgl. Müller 1999). : 39). 21 Ross-Smith und Kornberger (2004) erörtern in ihrem Artikel Gendered Rationality? A Genealogical exploration of the philosophical and sociological conceptions of rationality, masculinity and organization einige philosophische und soziologische Grundlagen des Weber’schen Konzepts von Rationalität und können zeigen, dass diesen Konzepten ein Verständnis von Rationalität zugrunde liegt, das eng mit der gesellschaftlichen Konstruktion von Männlichkeit verbunden ist (vgl.

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