Die Public Diplomacy der deutschen Auslandsvertretungen by Daniel Ostrowski

By Daniel Ostrowski

1 Einleitung Nach den Terroranschlagen des eleven. September 2001 erlebte ein aussenpolitisches tool eine Renaissance, das zuvor fur einige Dekaden nahezu in der - deutungslosigkeit verschwunden struggle: Public international relations. Gegenwartig ist der Terminus wieder in aller Munde," da mit einer gestiegenen praktischen Re- vanz auch das Interesse der politikwissenschaftlichen Forschung an dem - genstand zunahm. Denn der eleven. September machte deutlich, dass selbst die weltweit einzig verbliebene Supermacht - zumal auf eigenem Territorium - verwundbar ist und militarische Macht, als wichtigstem Bestandteil der tough strength von Staaten, alleine nicht langer als ein Garant zur Gewahrleistung sta- licher Sicherheit gelten kann (Nye 2004: 3). Vor diesem Hintergrund ruckte das aussenpolitische device der Public international relations verstarkt in den Fokus von politischer Praxis und Wissenschaft. Es beschreibt den Versuch von Staaten, mittels strategisch ausgerichteten Kom- nikationsmassnahmen, Zustimmung und Verstandnis fur das eigene Land, bzw. die eigene Politik in der Bevolkerung eines Zielstaates zu generieren und - in 1 2 der Regel - das eigene Aussenbild zu verbessern. Besonders in den united states, die nach den Terroranschlagen des Jahres 2001 den so genannten Kampf um die Herzen und Kopfe" ausriefen, wurde die Debatte um eine den neuen Herausf- derungen und Bedrohungen adaquate Ausgestaltung von Public international relations laut (Gregory 2005; Edelstein/Krebs 2005: 89; Johnson/Dale/Cronin 2005; Bigler 2005; Epstein/Mages 2005; Rosenberg 2005; Hoffman 2002: 83). Aber auch die Bundesregierung erkannte den gewachsenen Stellenwert von Public international relations sowie die Notwendigkeit, diese als fundamentalen Bestandteil der eigenen - ssenpolitik zu etablieren (Auswartiges Amt 2005: 193; Grolig/Schlageter 2007: five

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Even supposing his acceptance is eclipsed via Rembrandt at the present time, Peter Paul Rubens used to be respected by means of his contemporaries because the maximum painter of his period, if now not of all heritage. His indisputable inventive genius, strengthened by way of a modest disposition and a name as a guy of tact and reticence, made him a favourite between monarchs and political leaders throughout Europe—and gave him the appropriate hide for the clandestine actions that formed the panorama of seventeenth-century politics.

The new public diplomacy

After September 2001, which brought on a world debate on public international relations, "PD" has develop into a subject matter in so much international locations, starting from Canada to New Zealand and from Argentina to Mongolia. Many ministries of international affairs now enhance a public international relations coverage in their personal. Their organization with public international relations could be noticeable as a symptom of the increase of soppy strength or, at one other point, because the impression of broader approaches of switch in diplomatic perform.

The Power of Deliberation: International Law, Politics and Organizations

Arguing approximately issues of public coverage is ubiquitous in democracies. the power to solve conflicts via peaceable contestation is a degree of any well-ordered society. Arguing is nearly as ubiquitous in foreign affairs, but it isn't considered as a huge portion of international order. within the energy of Deliberation: foreign legislation, Politics and businesses, Ian Johnstone demanding situations the idea that arguing is mere lip carrier with out genuine effect at the habit of states or the constitution of the overseas procedure.

The Diplomacy of Pragmatism: Britain and the Formation of NATO, 1942–49

The international relations of Pragmatism charts the evolution of Britain's targeted and best position within the formation of NATO. in line with quite a lot of British, American and Canadian information the publication presents a balanced review of British overseas and defence guidelines because the chilly warfare accrued momentum and a brand new approach of eu defense was once solid within the aftermath of the second one global battle.

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In diesem Modell nutzt der Public Diplomacy-betreibende Staat eigene Kommunikationsmittel: primär seinen Auslandsrundfunk. Gilboa zufolge wird das Basis-Modell heute vornehmlich gegenüber autoritär geführten Staaten eingesetzt, als Beispiele nennt er den Iran, Kuba oder Birma. Die mittlere Spalte zeigt das Nonstate Transnational-Modell. Es soll ermöglichen, auch nicht-staatliche Akteure in die Betrachtung mit einzubeziehen. Darunter fallen Nichtregierungsorganisationen (NROs), Interessengruppen, und Individuen, die transnationale, (also grenzüberschreitende zwischengesellschaftliche) Interaktionen durchführen.

48 Theoretische Einordnung Das mag stimmen, doch liegt auch hier ein möglicherweise zu enges Verständnis von Public Relations vor. Denn natürlich ist es eine der genuinen Absichten von PR, langfristige Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Der aufgrund seiner Tätigkeit für die Nationalsozialisten umstrittene Ivy Ledbetter Lee entwickelte bereits 1927 eine Konzeption für die PR von Staaten und Vorstellungen für eine medienorientierte Außenpolitik. (Hiebert 1966: 254ff, zitiert nach: Kunczik 2002: 153) Seine Empfehlung an Staaten war, sicherzustellen, dass für diese relevante Themen in den Leitmedien ausländischer Staaten erscheinen.

Die entscheidende Bedingung, die einen Staat dazu veranlasst, etwa gewaltsam gegen einen anderen Staat vorzugehen oder Druck auf diesen auszuüben, ist nicht, wie Vertreter der realistischen IB-Theorie annehmen, die asymmetrische Verteilung von Macht (Waltz 1979; 1990: 21f), und resultiert auch nicht, wie Vertreters des Public Diplomacy vor dem Hintergrund sozialwissenschaftlicher Theorien 51 Institutionalismus behaupten, aus Unsicherheiten aufgrund von Informationsdefiziten. Es sind konkurrierende Präferenzen die den Aggressor dazu veranlassen, Gewalt auszuüben, da er Forderungen stellt, die die hiermit adressierten Staaten nicht zu erfüllen willens sind.

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