Der Kampf als inneres Erlebnis by Ernst Jünger

By Ernst Jünger

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Keiner hatte angegriffen. Jeder war der Angegriffene. Man spickte den Krieg mit Phrasen, um ihn schmackhaft zu machen. Dem wahren Krieger, dem Manne beschränkter, doch gradliniger Tat war das bis ins Innerste zuwider. Ganz sicher erschien die Brutalität nie gemeiner als unter diesem Lumpengewande, dieser dünnen Tünche einer sogenannten Kultur. Gewiß, es hat Zeiten gegeben, die grausamer waren. Wenn asiatische Despoten, wenn ein Tamerlan das klirrende Gewölk seiner Horden über weite Länder trieb, lag vor ihnen Feuer, -50- Wüste im Rücken.

Landsknechte Alt sind wir geworden und bequem wie die Greise. Verbrechen wurde es, mehr zu sein oder zu haben als die andern. Den starken Räuschen entwöhnt, sind Macht und Männer uns zum Greuel geworden, Masse und Gleichheit heißen unsere neuen Götter. Kann die Masse nicht werden wie die Wenigen, so sollen die Wenigen doch werden wie die Masse. Politik, Drama, Künstler, Cafe, Lackschuh, Plakate, Zeitung, Moral, Europa von morgen, Welt von übermorgen: Donnernde Masse. Als tausendköpfige Bestie liegt sie am Wege, zertritt, was sich nicht verschlucken läßt, neidisch, parvenühaft, gemein.

Da kann gar nicht Blei genug aus der Mündung fliegen. Und nachher sitzen sie beisammen und erzählen: "Junge, das war schön! Das war wenigstens noch Krieg. " Und wenn man sieht, wie ihre Augen glänzen, wenn sie diese blutigen Phantome wieder heraufbeschwören, dann fühlt man: Das ist der Krieg, der nackte Krieg. Da sitzt das, was sie heute Militarismus nennen, und das sitzt tiefer als der Klang der Regimentsmärsche oder der Rausch in dem die Seidenfetzen zerschossener Fahnen flattern. Das ist nur das Bedürfnis des Blutes nach Festfreude und Feierlichkeit.

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