Der grosse deutsche Bauernkrieg by Wilhelm Zimmermann

By Wilhelm Zimmermann

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Daß die Bauern in der Landschaft Kempten einen »Bundschuh« in ihrem Lager aufgesteckt haben, davon findet sich bis jetzt nirgends etwas erwähnt. Wohl aber wird erzählt, daß währenddem der Bundschuh bereits als ein Zeichen des Aufstandes im Volke bekannt war. Dieses Zeichen geht weiter zurück, und man weiß nicht, wann und wo es zuerst gebraucht wurde. Während der Streitigkeiten der Bauern mit dem Fürstabte steckten Bürger in der Stadt bei einer Hochzeit, im Übermute des Weines, gegen zweihundert, an der Zahl, an einer langen Stange einen »Bundschuh« auf, im Wirtshause zur Glocke in der Vorstadt.

Enthauptung, Landesverweisung, Verstümmelung an Händen und Fingern traf viele andere. Da und dort gelang es manchen, sich zu bergen und der allgemeinen Jagd, die auf die Verschworenen gemacht wurde, zu entgehen; aber wo die Regierungen eine Spur auffanden, ruhten sie nicht, bis der Flüchtling zur Strafe gebracht war. Schützen Ulrich von Andlau, ein reisiger Knecht, hatte sich unter den Schutz eines Edelmannes, David von Landek, der zu Ebnet bei Freiburg saß, begeben. Gastlich hatte der Edle den Flüchtling, den er kannte, in seinem Schlosse aufgenommen.

Auf seine Vermahnung wurde der Scherz abgetan. Das war im Jahre 1492. 54 Das Zeichen des Bundschuhs als Banner hatte seinen Ursprung daher: Der Ritter trug als besondere Auszeichnung Stiefel; der Bauer, wenigstens der unfreie, als Zeichen der Untertänigkeit und Unfreiheit Schuhe, gitterartig vom Knöchel an aufwärts mit Riemen gebunden. Dieser allgemein getragene Bauernschuh hieß von dieser Art des Bindens Bundschuh. 4 Der Bundschuh im Elsaß In den Städten mußten während der Teuerung die Armen auf öffentliche Kosten gespeist werden.

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