Deichgrab. Kriminalroman, 2. Auflage by Sandra Dünschede

By Sandra Dünschede

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Mit seinem Großvater war er häufig ins Eiscafé gegangen, meistens sonntags. Schon damals hatte er am liebsten Bananensplitt gegessen. Im Dorf von Onkel Hannes hatte es leider kein Eiscafé gegeben. Er konnte sich auch nicht vorstellen, dass sich das bis heute geändert hatte. Viele Jahre war ihm deshalb der süße Geschmack dieser leckeren Köstlichkeit verwehrt geblieben. Nur einmal, es war sein vierzehnter Geburtstag gewesen, hatte Onkel Hannes versucht, ihm ein Bananensplitt zu machen. Er hatte eine Banane in der Mitte durchgeschnitten und sie anstelle von Eis mit der doppelten Portion Sprühsahne gefüllt.

Onkel Hannes hat mir gestern eine Abkürzung durch den kleinen Koog gezeigt. Ich glaube aber, dass er mir den Weg nur gezeigt hat, damit ich wieder schnell zu Hause bin, um meine Aufgaben zu erledigen. Der Weg durch den Koog ist sehr schön. Man kommt an einer Wehle vorbei, und überall wachsen Kuckucksblumen und Löwenzahn. Ich wünschte, du könntest mich mal besuchen, dann würde ich dir alles zeigen. In der Schule ist es leider nicht so schön. Die Lehrer sind zwar nett, aber als ich der Klasse vorgestellt wurde, haben einige Kinder gleich angefangen zu tuscheln.

Alles wirkte leicht verwildert, aber ihm gefiel das irgendwie. Er stand auf und holte sich einen Notizblock und Kugelschreiber aus der Küche. Was musste er in den nächsten Tagen alles erledigen? Strom und Telefon abmelden, Nachsendeauftrag für die Post stellen, Makler aufsuchen, Container bestellen, Sachen sortieren. Er schrieb alles auf den Notizblock. 36 Gedankenverloren knabberte er auf dem Kugelschreiber herum. Dann riss er das Blatt vom Block und schrieb auf eine zweite Seite alles, was ihm zu Onkel Hannes einfiel.

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