Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965). Vorgeschichte, by Otto Hermann Pesch

By Otto Hermann Pesch

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Reinventing the Sacred: A New View of Science, Reason, and Religion

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Aussehen? Es wurde ein spannendes Konklave ohne Favoriten. Erst allmählich schälte sich die Stimmenmehrheit für den Patriarchen von Venedig, den gelernten Kirchenhistoriker (Spezialgebiet: Theologie der Kirchenväter) und langjährigen Diplomaten der Kurie in schwierigen Ländern wie etwa der Türkei heraus: für Angelo Roncalli, der den Namen Johannes XXIII. wählte. Ein größerer Gegensatz zu Pius XII. ließ sich nicht denken: der Bauernsohn aus einem norditalienischen Dod bei Bergamo - N achfolger des Römers aus alter Familie; der schwergewichtige Mann, der einmal meinte, die Träger der »Sedia gestatoria« müßten bei ihm Sonderzulage bekommen - Nachfolger des hageren Pius; der Mann, der sich heimlich aus dem Vatikan schlich, um ohne Protokoll mit einfachen Menschen in Rom zu sprechen - Nachfolger ei41 ner geradezu mythischen Königsgestalt; der Mann, der von sich sagte: »Sie werden sich an mein Auftreten gewöhnen wie an das eines einfachen Gemeindepfarrers« - Nachfolger dessen, der die Einsamkeit über alles liebte und vor dem die Gärtner davonstoben, wenn er in den Vatikanischen Gärten seinen Spaziergang machte; der Mann, der selbst im Konklave nach der Papstwahl sich einen Witz nicht verkneifen konnte (»Alle Päpste mit Namen Johannes hatten ein kurzes Pontifikat«) - Nachfolger eines Papstes, dem jede schlichte Ansprache bei einer Audienz zu einer lehramtlichen Erklärung geriet, die alle Theologen der katholischen Welt in die Pflicht nahm und auch nehmen sollte.

Auf die Gründe können wir hier nicht eingehen. Jedenfalls war das Fünfte Laterankonzil zur Zeit des jungen Luther (1512-1517) wieder ein päpstliches Generalkonzil wie im Mittelalter. Für die Reformkonzilien war entscheidend: Sie haben sich ausdrücklich so verstanden, daß sie ihre Vollmacht unmittelbar von Gott hatten und deshalb befugt waren, über dem Papst zu stehen. d) Das Konzil von Trient (1545-1563) war der Form nach ein echtes Papstkonzil- vom Papst einberufen, wenn auch nicht ohne vielseitigen Druck, vor allem von seiten des Kaisers.

Der Mann, der als Wahlspruch seines Priesterlebens hatte, den Willen Gottes zu erkennen und zu tun, der sein Papstamt unter den Wahlspruch oboedientia et pax, »Gehorsam und Frieden« stellte und dabei niemals von einer reformatorischen Sorge um »Werkgerechtigkeit« angefochten wurde, weil er wohl nie eine Zeile aus evangelischer Theologie gelesen hat, schuf die Grundlage des zwischenkirchlichen Dialogs und einer ökumenischen Theologie, von der beide heute noch leben. Wenn es allein seine Persönlichkeit ist, die dieses Paradox als leb bar erscheinen ließ, dann bedeutet das: Auf der theoretischen, theologischen, dogmatischen, kirchenpolitischen Ebene ist die Spannung gar nicht auszugleichen.

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