Das Medizinkartell. Die sieben Todsunden der by Kurt Langbein

By Kurt Langbein

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Damit wäre der Vorsprung vor den französischen Rivalen wohl endgültig gewesen. Trotz eines deutschen Gesetzes, das »Geheimmedizin« verbot, hielt Koch den Inhalt seiner Wunderkur streng geheim. Später stellte sich heraus, daß Tuberkulin lediglich eine in Glycerin gelöste, flüssige Bazillenkultur enthielt, die durch Hitze getötet worden waren. Wie Koch annehmen konnte, daß dieses Mittel eine therapeutische Wirkung haben konnte, erscheint heute, auch bei Durchsicht seiner Forschertagebücher, als absolutes Rätsel.

Aus seinem Umfeld kamen jedoch einige Erklärungen, die das ganze mehr oder weniger als Zufall darstellten. Einmal hieß es, Pettenkofer wäre immun, weil er möglicherweise zuvor schon einmal an der Cholera erkrankt gewesen sei. Georg Gaffky ging erst Jahre später auf den Selbstversuch ein und sagte, er habe Pettenkofer eine schwach virulente Kultur geschickt, »weil wir uns denken konnten, was er vorhatte« 80. Aus heutiger Sicht erscheint dieses Argument Gaffkys wenig glaubwürdig. « Die Resonanz auf den heroischen Versuch war jedenfalls gering.

Zunächst verstand er den Ablauf einer Infektionskrankheit als Bakterieninvasion, wobei Invasion, Infektion und Krankheit im wesentlichen zusammenfallen. Nach dieser Vorstellung ist der gesunde Organismus im Prinzip frei von krankmachenden Keimen. Sind diese Keime aber einmal in den Organismus eingedrungen, so ist er der Invasion passiv ausgeliefert. Der Körper wird, etwa so wie eine Nährlösung im Labor, von den Bakterien verzehrt, und -6 3 - der Krankheitsprozeß kommt erst zum Stillstand, wenn sich die Bazillen nicht mehr ernähren können.

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