Das Labyrinthische: Über die Idee des Verborgenen, by Jan Pieper

By Jan Pieper

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Geschichte der chinesischen Literatur: Vol. 03: Die chinesische Erzählung - Vom Altertum bis zur Neuzeit

Dieses Buch von Monika Motsch ist die Geschichte der chinesischen Erzahlung vom Altertum bis zur Neuzeit. Es ist der dritte Band der von Wolfgang Kubin herausgegebenen 'Geschichte der chinesischen Literatur', einer auf zehn Bande angelegten Gesamtdarstellung.

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Bekannt als „Tragliatella-Vase“), die das Trojaspiel darstellt und das Labyrinth mit erotischen Praktiken in Verbindung bringt. 60 26 Anthropomorphe Deutung der Stadt Suchindram in Südindien: Die weibliche Stadtgottheit, repräsentiert durch vier Tempel in den Himmelsrichtungen, geht mit dem männlichen Shiva-Tempel im Zentrum schwanger. rituellen Praktiken oder kultischen Handlungen, die mit dem Labyrinth nicht einmal mehr den Namen, wohl aber das choreographische Grundmuster des Eintretens in einen Raum magischer Qualität und sein Durchschreiten auf gewundenem Weg gemein haben, ist sehr oft eine deutlich sexuelle Assoziationsebene nicht zu übersehen.

Wirth): Die Kreisbögen versinnbildlichen den Tageslauf, die Windungen dagegen den Nachtlauf der Sonne. 51 eine durch und durch ambivalente Bedeutung. Sie sind festliches Ereignis, kollektives Spiel und ritueller Ernst zugleich – sie tragen ein Element der astralen Mechanik in das städtische Leben hinein, die auch hier ähnlich lebensbestimmend wirkt, wie die zyklischen Läufe der Gestirne im System der Astrologie. Mit diesen verwickelten Beziehungen zwischen komplexen Bewegungsabläufen um räumlich bedeutende, numinose oder unheimliche, tabuisierte, obskure oder freundliche Schwellen, Grenzen, Mitten und Ränder haben wir die Grundelemente des Labyrinthischen beschrieben.

Diese Elemente erschließen sich in einer Abfolge als Stationen eines Weges, denn man „geht“ mit den Augen durch die Figur hindurch, vom Eingang unausweichlich zur Mitte, gleichgültig, ob es sich um ein einwegiges Umgangslabyrinth oder um ein mehrwegiges Irrgangssystem handelt. Und im „Durchschreiten“ der Laby38 rinthfigur erkennt man, daß diese wenigen Grundelemente sich nicht an einem einfachen Schrittmuster aufreihen, sondern zu einer Figur zusammengefügt sind, die zu höchster Komplexität neigt.

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