Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: by Hagen Seidel

By Hagen Seidel

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Die Reaktionen auf das Bilanzdebakel lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: »Die Zahlen sind enttäuschend«, heißt es beim Bankhaus Lampe. »Karstadt bleibt ein schwacher Teilnehmer in einem schwie­rigen Markt.  2 Von den 31 Bankanalysten, deren Urteil KarstadtQuelle auf seiner Homepage veröffentlicht, raten jetzt gerade fünf zum Kauf. 16 empfehlen, sich von den Papieren zu trennen, die übrigen setzen auf Abwarten. Großaktionär Allianz hat bereits seinen Aktienanteil seit Jahresbeginn von 13,61 Prozent auf 10,5 Prozent reduziert.

Zwar wurden gern teure Unternehmensberater engagiert, die Konzepte entwarfen, aber die Mitarbeiter mit ihren Erfahrungen wurden zu selten in Zukunftsprojekte eingebunden. So konnte es Urban nicht gelingen, die Trägheit und das Beharrungsvermögen aufzubrechen. Die Schaffung eines KarstadtQuelle-Wir-Gefühls scheiterte – bewusst oder unbewusst – am passiven Widerstand der Mitarbeiter, denen das Management weder den Ernst der Lage noch die Chancen des neuen Doppelkonzerns vermitteln konnte. Noch als Arcandor 2009 auseinanderbrach, hatte es dieses Zusammengehörigkeitsgefühl der verschiedenen Konzernmarken nicht gegeben.

Doch KarstadtQuelle nutzte weder die Sendezeiten von HSE noch die von DSF, um im Wohnzimmer der Konsumenten präsent zu sein. Die Konzernmarken tauchten im Programm praktisch nicht auf. Wieder einmal fehlte der zweite Schritt in der Strategie; das für den Erwerb der Anteile eingesetzte Geld kam aus dem Geschäft nicht zurück. TV 2005 erlöste KarstadtQuelle aber immerhin fast 20 Millionen Euro, deutlich mehr, als es beim Erwerb 2003 ausgegeben hatte. Wolfgang Urban war ein Mann des stationären Handels.

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